Seit 1962 gibt es im Dorf die Freiwillige Feuerwehr, und gestern war es soweit: die 50 Jahre wurden gefeiert.

Ab 14:00 Uhr versammelten sich die Gäste und die Kameraden im Festzelt am Bauernteich zu einer Feierstunde bei Kaffee, Kuchen und kalten Getränken.

Abends war Tanz angesagt: auf dem Feuerwehrball ging es hoch her.

Damals, heute und die Zeit dazwischen

1962 war ein Jahr, in dem die Welt noch anders aussah. Die Kubakrise hielt die Menschen Welt weit in Atem, im Westen des Landes schockte erst die Hamburger Sturmflut und dann die Spiegel-Affäre das Land während im Osten des Landes Walter Ullbricht verkündete, dass „nun der Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus abgeschlossen sei“ und in Zwickau der erste Trabant P60 gebaut wurde. Es war aber auch das Jahr, in dem die erste Platte der Beatles auf den Markt kam und Brasilien Weltmeister wurde. - aus der Rede von Bürgermeister Wolfgang Reetz. 

 

Den Werdegang der Thandorfer Feuerwehr beschreibt Wehrführer Jochen Krummsee:

Im Jahre 1962 erhielt der damalige Bürgermeister Ernst Dorittke vom Rat des Kreises den Auftrag, eine Freiwillige Feuerwehr in der Gemeinde Thandorf zu gründen. Mit großem Fleiß, viel Initiative und Beharrlichkeit ist es dem damaligen Rat der Gemeinde gelungen, viele Bürger für die Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen.

Am 01.11.1962 übernahm der Kamerad Heinz Meier als Wehrleiter die Freiwillige Feuerwehr Thandorf, nachdem er zuvor 10 Jahre Mitglied in der FF Schlagsdorf war.

Man musste lernen, Probleme gemeinsam  zu lösen. Es kam auch vor, das man sich von Kameraden trennen musste, weil sie den Anforderungen nicht gerecht wurden und den zu lösenden Aufgaben nicht genug Beachtung schenkten.

Erste Erfolge stellten sich dann auch schon ein: beim ersten Wirkungsbereichsausscheid wurde bereits der dritte Platz  belegt. Auch in den darauf folgenden Jahren erkämpften sich die Kameraden erfolgreich vordere Platzierungen und nahmen an mehren Kreisausscheiden teil.

Im Jahre 1968 wurde durch Eigeninitiative und durch die  Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Ernst Ginnuth, sowie der beiden Vorsitzenden der Produktionsgenossenschaften Bruno Schulz und Willi Jennes, das Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Thandorf gebaut. Im Jahre 1969 wurde es übergeben.

Durch die Abrufung des Kameraden Heinz Meier zum Wirkungsbereichsleiters im Jahre 1971 entstand ein ernst zu nehmendes Problem, was es galt zu bewältigen: einen fähigen Nachfolger zu finden war nicht einfach.

Nach einem langen Leistungstief konnte die Freiwillige Feuerwehr Thandorf 1982 wieder den ersten Platz im  Wirkungsbereichsausscheid belegen und nahm demzufolge auch am Kreisausscheid teil.

 

Die Zeit nach der Wende

Die neunziger Jahre waren - im Rückblick gesehen – die schwierigsten und turbulentesten Jahre, die diese Wehr zu bewältigen hatte.

Anfang der neunziger hatte der Kamerad Heinz Meyer Kontakte zu einer Feuerwehr in Sieben Bäumen geknüpft. Es wurden gemeinsame Übungen, aber auch Feste gemeinsam begangen. Und dann das erste Feuerwehrfahrzeug: ein Opel Blitz. Es wurde von den Kameraden aus Sieben Bäumen für den symbolischen  Preis von zwei DDR- Mark übergeben. Nach einer gewissen Zeit  kam der TÜV... Wir bekamen dann einen LF-8 LO- Robur  von den Kameraden aus Rehna.

1994 begannen dann die Probleme für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Führungsprobleme: der Vorstand war nicht handlungsfähig , Wahlen wurden angesetzt.

Im Oktober 1997 gab es die erste große Bewährungsprobe für die Thandorfer Feuerwehr. Durch eine Brandstiftung auf dem  Landwirtschaftlichen Betrieb Karl Tesch wurde ein Großbrand  ausgelöst, ein Einsatz, bei dem mehre Feuerwehren aus der Umgebung mit einbezogen wurden.

Ein Jahr später, im Jahre 1998, stand die Freiwillige Feuerwehr Thandorf vor ihrer zweiten großen Bewährungsprobe: der Brand  bei Appmann. Bei diesem Einsatz stießen die Kameraden aus  Thandorf schnell an ihre Grenzen. Ob Ausrüstung (sprich Atemschutz) oder ausgebildete Träger von Atemschutzgeräten: es  fehlte an allem. Aber durch die tatkräftige Unterstützung der FF Ziethen konnte man der Lage Herr werden und Schlimmeres verhindern.

Im Jahre 2002, also zum vierzigsten Jubiläum, übernahmen wir ein neues Gerätehaus. Auch die Ausrüstung verbesserte sich und  wir kümmerten uns um eine kontinuierliche Ausbildung für die  Kameraden.

Aber der Weggang junger Kameraden, ob aus persönlichen oder  beruflichen Gründen, macht sehr zu schaffen.

 

Trotz alledem haben wir in den Jahren eine Menge erreicht.

Da möchte ich die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren Rieps und Utecht in der Ausbildung nennen. Aber auch die gemeinsame Alarmschleife im Ernstfall sehe  ich als Erfolg für uns an, ebenso wie die Aufbereitung unseres Anhängers für den Schlauchtransport. Diese haben wir in Eigeninitiative der Kameraden  erbracht. Auch die Aufbereitung des neuen Löschfahrzeuges wurde natürlich von den Kameraden in Eigenregie übernommen. Und trotz all der Kritik von vielen Seiten spricht das Ergebnis für sich. Man kann sich auf die  Kameraden eben verlassen.

 

Die Feier

Man wird nur einmal 50 Jahre. Aus diesem Anlass gab es neben vielen guten Wünschen auch einige Präsente, von der Gemeinde ebenso wie von den Nachbarwehren. 

Schon lange, bevor es den Förderverein gab, kam Unterstützung in vielfältiger Form von einigen Thandorfern bei ihrer Freiwilligen Feuerwehr an. Daran hat sich bis heute nichts geändert, und so bedankte sich der Förderverein im Namen der Wehr mit einer Chronik über die letzten 50 Jahre. Diese Chronik wird auch hier im Netz vorgestellt. 

Am Abend war zum Tanz geladen: was wäre ein Feuerwehr-Jubiläum ohne Feuerwehrball. 

Die Feier fing langsam an und steigerte sich dann zu einem Fest, das allen Beteiligten noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.

 

Wie soll das werden, ohne Jugendfeuerwehr und Nachwuchs?